Gesetzliche Verpflichtung

Die Änderung des Waffengesetzes im Zuge der Aufarbeitung verschiedener Amokläufe hatte zur Folge, dass an Waffenbesitzer strengere Ansprüche hinsichtlich der Lagerung von Waffen und Munition gestellt wurden. Waffen sind demnach getrennt von der jeweiligen Schusswaffe aufzubewahren. So eignen sich Langwaffenschränke zur Aufbewahrung von Gewehren jeder Art, dem entsprechend so genannte Kurzwaffenschränke für Pistolen.

Diese Änderungen hatten für Waffenbesitzer enorme Folgen, musste man doch ggf. seine bisherige Strategie hinsichtlich einer sicheren Aufbewahrung überdenken. Insbesondere die Trennung von Waffe und Munition sorgte dafür, dass nicht selten zusätzliche Waffenschränke gekauft werden mussten. Doch wann redet man eigentlich von einem Waffenbesitz? In Deutschland besitzen derzeit knapp zwei Millionen Menschen legal eine Schusswaffe. In den meisten Fällen handelt es sich um so genannte Sportschützen, dem stehen ca. 400.000 Jäger mit entsprechender Waffenbesitzkarte gegenüber. Nicht zu vergessen sind die Sammler, welche Schusswaffen besitzen, diese aber nicht nutzen.

Doch wie definiert man eigentlich Waffenbesitz? Waffen sind laut gesetzlicher Definition in erster Linie jegliche Schusswaffen oder ihnen gleichgestellte Gegenstände. Demnach kann auch dann ein Waffenbesitz vorliegen, wenn man gar keine funktionsfähige Schusswaffe besitzt. Also auch bestimmte Hieb- und Stichwaffen sind als solche zu werten, entsprechend gelten die gesetzlichen Bestimmungen auch für diese Gegenstände. Der Gesetzgeber hat bewusst auch solche Waffen unter die Norm des Waffengesetzes subsumiert, da auch hier Sicherheit vorherrschen muss. Die Verschärfung des Waffengesetzes mag den Waffenbesitzer selbst vor große Herausforderungen gestellt haben. In der breiten Bevölkerung fand diese Änderung jedoch großen Zuspruch. Einziges Gegenargument ist und bleibt, dass mit jeder Verschärfung des Waffengesetzes lediglich die legalen Waffenbesitzer angesprochen werden.

Wer sich illegal eine Waffe beschafft, der wird sicherlich keinen Wert auf die sichere Aufbewahrung legen. Dabei sind eben meist diese illegalen Waffen in Straftaten verwickelt. Eine Besserung hierbei ergibt sich durch keine Verschärfung der gesetzlichen Voraussetzungen im Waffenrecht. Ungeachtet dessen dürfte jedoch die letzte Veränderung dennoch zur weiteren Sicherheit in diesem Land beigetragen haben.